Klettergruppe „Erzgebirge“ blickt auf erlebnisreiches Jahr 2012 zurück

Angefangen hat alles im Winter 2011/2012. Man traf sich jeden Mittwoch in der Turnhalle der Altstadtschule in Stollberg an der Kletterwand. Einige zogen hier in Stollberg zum ersten Mal ihre Kletterschuhe an und banden einen Achterknoten. Der erste Blick aus fünf Metern Höhe erschien zunächst schwindelerregend. Andere brachten bereits Erfahrungen aus Kletterkursen mit, waren schon in der Sächsischen Schweiz oder anderswo am Seil unterwegs. Alle verband aber sehr schnell das Interesse und der Spaß an der Fortbewegung in der Vertikalen.
Und so reiften mit dem nahenden Frühling die ersten Ideen gemeinsamer Unternehmungen am heimatlichen Fels.
Ende März lockte uns das sonnige Wetter an die Himmelmühlenwand bei Wiesenbad. Geklettert wurden alle Routen im vierten Schwierigkeitsgrad. Der recht scharfkantige Fels sorgte zeitweise für ein kleines Blutbad. Doch bei einem gemütlichen Picknick mit frisch gegrillter Bratwurst waren alle Schmerzen schnell vergessen. Und dank Jörg Wellner, unserem wackeren Vorsteiger, konnten auch noch eine Fünfer- und eine Sechserroute bezwungen werden.

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Im Mai standen dann die Teufelssteine im malerischen Steinbachtal bei Erlabrunn und die Greifensteine bei Geyer auf dem Programm.
Die anfangs etwas Ängstlichen wurden mutiger, die Kletterrouten höher, der Umgang mit Sicherungsgerät und Abseilacht routinierter, die Vorsteiger in ihrer Anzahl größer.
Neben der obligatorischen Kletterausrüstung gehörten von nun an auch Kaffee und Kuchen zu unseren ständigen Begleitern.
Ende Juni folgte die inzwischen gegründete Klettergruppe „Erzgebirge“ dem Ruf der DAV-Sektion Chemnitz zur Sommersonnenwende nach Wolkenstein. An der DAV-Wand und der Dachwand konnte man sich bei schönstem Wetter austoben.
Einen Monat später fiel der geplante Klettertag in der Wolkensteiner Schweiz buchstäblich ins Wasser. Nach einem heftigen Regenguss machte der klatschnasse Fels ein Klettern im Freien unmöglich. Also ging es in die Kletterhalle der Strobelmühle nahe Pockau.
Das Katzensteingebiet mit Nonnenfelsen und Katzensteinnadel, sowie erneut die Greifensteine sorgten im August und Anfang September für Nervenkitzel und jede Menge Kletterspaß.

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Den Höhepunkt des Jahres bildete mit Sicherheit das Kletterwochenende im Bielatal der Sächsischen Schweiz. Wieder hatte die chemnitzer Sektion des Alpenvereins zum „Klettern für alle“ eingeladen. Viele Mitglieder unserer Klettergruppe, vor allem jene, die bisher noch keinen Kontakt mit dem Elbsandstein hatten, fieberten diesem Ereignis entgegen. Die Erwartungen waren groß. Und ich denke, Enttäuschungen gab es keine. Ob kleine Herkulessäule oder Sonnenwendstein, Mühlenwächter oder Dachsenstein, Spannagelturm oder Verlassene Wand, die Eintragungen in den Gipfelbüchern zeugen von einem fantastischen Wochenende. Vergessen sind auch nicht die gemütlichen Abende in der Hütte des SBB und die Befahrungen von Höhlen in ihrer näheren Umgebung.
 
Maik Seeger