Aktuelle Tourenberichte

Touren um die Bamberger Hütte - September 2010


Bericht Bamberger Hütte 2010
von Daniela Salzmann (erblindet seit ihrem 17 Lebensjahr) und Hans-Joachim Schönrich

06.09.10

Anreise mit dem Zug über Hof, München, Kufstein und Wörgl nach Hopfgarten Seilbahn. Von dort fuhren wir mit dem Postbus bis zum Gasthof „Fuchs“ in Kelchsau.

Da es schon 16.30 Uhr war und wir nicht genau wussten, ob wir für den Aufstieg zur Hütte wirklich nur 2 Stunden brauchen würden, blieben wir für eine Nacht im Gasthof. Zumal es im September um 20.00 Uhr dunkel wird.

Diese Vorsichtsmaßnahme erwies sich im Nachhinein als überflüssig und teuer. Die Nacht beim Fuchs-Wirt kostete uns 80.00€.

Der Ort selber ist ein hübsches Bergbauerndorf mit rustikalen Holzhäusern. Es gibt jede Menge Ferienwohnungen und Pensionen aber kein Geschäft.

07.09.10

Nach einem reichlichen Frühstück rief uns der Fuchs-Wirt ein Taxi zum Gasthof „Wegscheid“ Der Taxi-Fahrer Fritz erzählte uns, dass wir von Kelchsau den selben Preis bezahlen müssten, wie von Hopfgarten, da alle Taxis von dort kämen. Er machte uns einen Sonderpreis von 25.00 € und gab uns seine Telefonnummer für die Rücktour. Leider sollte er aber an diesem Tag weit weg unterwegs sein und wir mussten bei einem anderen Taxifahrer den Festpreis von 37,00 € löhnen. Es macht also Sinn, doch einen Zug früher zu nehmen und direkt mit dem Taxi von Hopfgarten bis zum Gasthof „Wegscheid“ zu fahren und gleich zur Hütte auf zu steigen.

Unser Taxifahrer Fritz zeigte uns beim Gasthof „Wegscheid“ noch wie man das Feldtelefon zur Bamberger Hütte richtig bedient um den Materiallift für Atze’s Rucksack an zu fordern. Sehr praktische Angelegenheit!

Um 9.30 Uhr begannen wir unseren Aufstieg zur Bamberger Hütte bei recht freundlichem Wetter. Die erste Weghälfte führte über einen felsigen Steig direkt an einem brausenden Gebirgsbach entlang. Wir kamen stetig aber nicht allzu schnell voran. Die Felsen waren teilweise feucht und glitschig, der Bach war laut und der Pfad führte manchmal sehr dicht an ihn heran.

Nach ca. einer Stunde trafen wir auf einen Fahrweg, der sich in Serpentinen aufwärts wand. Man konnte ihn auch über einen steileren Pfad abkürzen, aber ich war froh, ohne Stolpern ausschreiten zu können.

Nach 2 Stunden und 650 Höhenmetern langten wir schließlich bei der Hütte auf 1756m Höhe an. Erleichtert ließ ich meinen Rucksack auf eine Bank fallen und mich daneben. Wir genehmigten uns erst mal was zu trinken und ein Süppchen.

Die Bamberger Hütte ist recht komfortabel ausgestattet. Es gibt warmes Wasser an den Waschbecken und eine warme Dusche. Die Schlaflager sind auf verschiedene Zimmer aufgeteilt für 5 bis 15 Personen. In unserem Zimmer gab es zwei Doppelstockbetten und ein einzelnes, und wir hatten es bis Sonnabend für uns allein.

Was die Hütte aber für mich besonders reizvoll macht, sind die Labrador-Hündin Bessi und der schon leicht gealterte Schäferhund Basko. Basko ließ sich sofort streicheln und räkelte sich behaglich. Bessi brauchte etwas länger, um Vertrauen zu fassen, holte sich aber dann fast eifersüchtig ihre Zuwendung ab.

Nach dem wir unser Lager bezogen hatten, beschlossen wir um 13.00 Uhr einfach mal ein Stück in Richtung Kröndlhorn oder Tristkopf zu laufen und die Lage zu sondieren. Der Aufstieg zum Kröndlhorn sollte laut Beschilderung nur 2,5 Stunden dauern.

Wir folgten dem Fahrweg, der uns schon zur Hütte herauf geführt hatte weiter den Berg hinan. Nach etwa einer Stunde langten wir bei einer schon verlassenen Alm an. Dieses Jahr ist der Almabtrieb schon sehr zeitig gewesen wegen des zeitigen Schneefalls im August. Da die Bauern nicht wussten, ob es wieder wegtaut und die Kühe im tiefen Schnee schlecht laufen können, haben sie sie eben schon vor dem 20.09. abgetrieben.

Hier zeigte ein Wegweiser in Verlauf des Fahrweges 1 Stunde bis zum Tristkopf an. Frohen Mutes schritten wir voran. Leider hatte sich in Zwischenzeit der Himmel zunehmend bewölkt und zugezogen. Nach etwa 25 min kamen wir zu einer kleinen Kapelle, dem Markkirchel, an der Grenze zum Pinschgau. Dummerweise zeigte hier ein Wegweiser zum Tristkopf in die Richtung, aus der wir kamen und einer zeigte einen felsigen Steig hinauf mit einer Zeitangabe von über einer Stunde zum Tristkopf. Wir waren ratlos. Da kamen zwei Wanderer den Steig zu uns herab, übrigens die einzigen Fremden, die wir die nächsten Tage treffen sollten. Wir fragten sie, wo der Steig hinführe. Sie meinten zum Nardanachjoch und von dort zum Tristkopf. Sie hätten aber für den Abstieg vom Joch eine halbe Stunde gebraucht und bis auf den Berg wäre es noch mal eine Stunde.

Wir hielten Kriegsrat. Wenn die Wanderer für den Abstieg vom Joch eine halbe Stunde gebraucht hatten, und sie waren sehr flott unterwegs, würden wir sicher mehr Zeit benötigen, dazu der Aufstieg zum Tristkopf und womöglich an die drei Stunden Abstieg. Die Uhr zeigte inzwischen 14.45 Uhr und aus den grauen Wolken fielen die ersten Regentropfen. Wir beschlossen, die kleine Wanderung zum Markkirchl als Eingehtour gelten zu lassen und zur Hütte zurück zu kehren.

Als wir wieder bei der Alm vorbei kamen, sah sich Atze noch einmal genauer um, und entdeckte noch einen gekennzeichneten feuchten Wiesenpfad, der wie wir in der Hütte erfuhren, der richtige Weg zum Tristkopf und Kröndlhorn war.

Auf dem Heimweg nahm der Regen weiter zu, und wir flohen in die behagliche Wärme des Gastraumes unserer Hütte.

Außer uns und den Wirtsleuten schlief diese Nacht nur noch ein Vater mit seinem erwachsenen Sohn auf der Hütte. Es gab also keine Toilettendrängelei.

08.09.10

Für heute war bis zum späten Nachmittag noch einmal freundliches Föhnwetter angesagt. Wir beschlossen, zum Schafsiedel oder Salzachgeier aufzusteigen, da man von beiden, laut Internet, eine sehr schöne Aussicht haben soll.

Um das schöne Wetter zu nutzen, wollten wir spätestens um 8.00 Uhr beim Frühstück sitzen. Dummerweise erwachten wir erst um 8.15 Uhr, so dass wir nicht ganz so pünktlich vom Acker kamen.

Ca. 9.30 Uhr begannen wir die steile Wand gleich hinter der Hütte zu erklimmen. Dabei folgten wir dem Ablauf vom unteren Almsee. Es bringt übrigens gar nichts wenn man ohne wasserdichte Wanderstiefel hier her kommt, da man mehrfach Bäche queren muss oder direkt in ihnen lang laufen muss.

Der Föhnwind blies so heftig den Berg herab, dass wir uns kaum verständigen konnten. Nach 45 min erreichten wir den ersten Almsee. Sicher ein sehr romantisches Plätzchen, aber momentan hatten wir zu tun, dass uns der Wind nicht umpustete.

Vom Plateau des Almsee’s ging es weiter über Geröll und Felsen bergauf bis zum zweiten Almsee, einem Gletscherteich und dem dritten Almsee. Oft war der Weg nur an Hand der farbig markierten Felsen zu erkennen. Das Gelände gestaltete sich für uns, vor allem für mich, sehr schwierig. Ich musste bei jedem Schritt aufpassen, wo ich meinen Fuß hinsetze um nicht um zu knicken oder zu stolpern. Für die Schönheit der Bergwelt, außer uns war da keine Menschenseele, nur Bergschafe und ein paar Vögel, hatte ich keinen Nerv übrig.

Nach drei Stunden befanden wir uns unterhalb des dritten Bergsees. Die Besteigung des Schafsiedels sollte insgesamt nur zwei Stunden dauern. Meine Konzentrationsfähigkeit ließ deutlich nach und wir beschlossen, dass Atze allein weiter gehen soll. Ich wollte im Windschatten eines größeren Felsens warten. Wir verabredeten, dass er bis 14.00 Uhr, also in einer anderthalb Stunde, wieder zurück kehren sollte. Wenn er bis 15.00 Uhr nicht wieder da wäre wollte ich mit dem Handy in der Hütte um Hilfe anrufen.

Gesagt getan, mit Energieriegel, Trinkflasche und Fotoapparat stieg Atze zügig bergan. Nach 20 min rief er mir von oben zu, dass es nicht mehr weit wäre. Also setzte ich mich mit einer Mischung aus Erleichterung und Resignation auf einen Stein und ließ mich von der Sonne bescheinen.

Die erste Stunde genoss ich noch die milden Sonnenstrahlen und nahm die Atmosphäre der Gebirgswelt in mich auf. Etwa auf meiner Höhe kreisten zwei Raubvögel und stießen hin und wieder ihre schrillen Rufe aus. Auch ein paar Krähen suchten nach Essbarem.

Gegen 14.00 Uhr wurde ich langsam unruhig. Die vorher idyllische Stille wirkte auf mich zunehmend bedrückend und rief ein Gefühl von Einsamkeit hervor. Atze hatte eine Trillerpfeife dabei, mit der er pfeifen wollte, wenn er sich mir näherte. Aber kein Signalton war zu hören. Ich versuchte es mit einem lauten Ruf, dessen Echo auch weit hallte, bekam aber keine Antwort. Ich befürchtete, dass er irgendwie fehlgetreten sein könnte und sich so verletzt hat, dass er nicht mehr weiter laufen kann.

Endlich, kurz vor halb drei drang sein Ruf zu mir herab. Ich war so erleichtert, dass ich zu zittern begann. Zumal seit geraumer Zeit keine Sonne mehr schien und mich erwärmte.

Atze hatte den Gipfel des Schafsiedels erreicht, brauchte aber für den Aufstieg noch eine ganze Stunde. Das letzte Stück muss es noch mal ganz schön in sich gehabt haben. Er kam auch ziemlich außer Atem und mit leerer Trinkflasche bei mir an. Zum Glück hatte ich noch genug. Aber ich versprach ihm, dass ich nie wieder an so einer einsamen Stelle zurückbleiben und auf ihn so lange warten wolle!

Für den Abstieg brauchten wir noch mal 3 Stunden, bis wir müden Krieger uns endlich an Bier und Kasspatzen laben konnten.

An diesem Tag traf ein rüstiges Rentnerehepaar aus München ein, bis Freitag die einzigen Schlafgäste außer uns. Zum Glück für die Wirtsleute kommt jeden Mittwoch ein Stammtisch zum Abendessen und –trinken zur Hütte herauf.

Die Hütte wird übrigens außerhalb der Saison von drei Leuten betrieben, von denen jeder einen Tag incl. Nacht in der Woche frei hat. Wahrscheinlich um einem Hüttenkoller vorzubeugen.

09.09.10

Nach der für uns doch recht anstrengenden Tour vom gestrigen Tag wollten wir heut einen Regenerationswandertag einlegen. Wir befürchteten, dass alle Berge so schwer zu erklimmen sind, wie der Schafsiedel. Der hat uns ganz schön Respekt eingeflößt.

Nach einem Frühstück ohne Hast, irgendwie haben wir schon wieder ziemlich lang geschlafen, machten wir uns auf den Markkirchelrundweg. Den Anfang kannten wir ja schon vom ersten Tag.

Bei der Alm mit den verwirrenden Wegweisern trafen wir auf die beiden Münchner und ließen uns auf einen längeren Schwatz ein. Wir hatten ja Zeit und das trübe Wetter lockte auch nicht zu Fotomotiven.

Die beiden Münchner kommen schon seit Jahrzehnten immer wieder hier her, früher mit den Kindern zum Wandern und heut zu zweit zum Blaubeersammeln und Spazieren. Sie erzählten uns, dass man in der Hütte so großzügig mit Strom und Warmwasser ist, weil es ein hütteneigenes Wasserkraftwerk zur Energiegewinnung gibt. An Sturzbächen mangelt es ja nicht. Der Materiallift wurde 1959 von den Bergbauern gebaut, um die schweren Käseleiber hinunter zu schaffen. Als dann der Fahrweg angelegt wurde, hat die Hütte den Lift übernommen. Die Hütte ist in den letzten Jahrzehnten auch immer wieder umgebaut und vergrößert worden. Am Anfang gab es z.B. nur ein Plumpsklo in den Bach hinein. Die Hütte existiert übrigens schon über 100 Jahre und wurde von einem Ski-Verein aus Hopfgarten gebaut. Sie ist erst später an die Sektion Bamberg übergegangen.

Die Münchner bestätigten auch, dass der feuchte Wiesenpfad von hier aus über das Nardanachjoch zum Tristkopf führt. Sie meinten, er wäre viel leichter zu bewältigen als der Weg zum Schafsiedel. Nach einer guten Stunde trennten wir uns wieder. Sie wandten sich zum Nardanachjoch und wir folgten unserem Rundwanderweg.

Am Markkirchel führt der Fahrweg weiter nach Königsleiten, mit 2,5 Stunden ausgewiesen. Wir folgten einem sumpfigen Wiesenpfad zurück zur Bamberger Hütte. Durch den vielen Regen dieses Jahr, bestand der Weg zum Großteil aus Matsch, Wasserläufen und Sumpfwiesen. Unsere Hosenbeine waren hinterher starr vor Dreck. Nichtsdestotrotz machte uns dieser Pfad Spaß. Bis wir plötzlich vor einem Bach standen, der zu breit zum Überspringen und zu tief zum Durchlaufen war und dessen Trittsteine für mich zu klein und zu weit auseinander lagen. Mist! Also zog ich schweren Herzens Schuhe und Strümpfe aus, krempelte meine Hosenbeine bis übers. Knie und wagte mich in die Fluten. Huuuh war das kalt! Immerhin betrug die Lufttemperatur nicht mehr als 8°. Und die Strömung war auch nicht zu verachten. Am anderen Ufer trocknete ich mir rasch meine Füße mit meinem Fleece Pullover ab, zog Socken und Schuhe wieder an und weiter ging’s zum Warmlaufen.

Bei einer urigen Jagdhütte mit Tisch und Bank auf der Terrasse legten wir eine gemütliche Picknickpause ein. Leider begann es um 15.00 Uhr zu regnen, so dass wir den Rest des nachmittags und abends mit Spielen und im Gespräch mit der Wirtin und den Münchnern verbrachten.

10.09.10

Immer noch bewölkter Himmel. Aber wenigstens hatte es im Laufe der Nacht aufgehört zu regnen.

Ca. 9.15 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Tristkopf. Von der Alm bis zum Nardanachjoch brauchten wir keine halbe Stunde. Das stimmte uns zuversichtlich.

Nun ging der Wiesenpfad bald in steilere Anstiege über felsiges Gelände über. Nur das der Untergrund hier mehr aus einem kompakten Felsen bestand und nicht aus lauter Stolpersteinen wie beim Schafsiedel. Es gab auch immer mal Stellen, wo wir zum Allradantrieb übergingen. Das stört mich ja weniger. Nur bei den vereinzelten alten Schneeresten, die wir hin und wieder durchqueren mussten ,bewegte ich mich äußerst vorsichtig. Ich hatte keine Lust auszurutschen und ein paar Meter tiefer zu landen.

Schließlich standen wir nach insgesamt 2,5 Stunden am Gipfelkreuz. Schon ein schönes Gefühl! Atze war ganz hin und weg von der Aussicht. Leider versteckte sich die Sonne nach wie vor hinter grauen Wolken. Aber, es ist kaum zu glauben, als wir gerade 10-15min vom Gipfel abgestiegen waren, brach doch diese hinterhältige Sonne durch die Wolken! Atze wär am liebsten noch mal hoch geklettert.

Nach etwas über einer Stunde erreichten wir wieder den Abzweig zum Kröndlhorn. Etwas sehnsüchtig schauten wir den Pfad hinauf. Aber die Sonne hatte sich längst wieder zurückgezogen, und die Wolken regneten schon wieder auf uns herab. Felskraxelei auf regenglattem Kalkstein muss vielleicht wirklich nicht sein. Außerdem wollten wir, falls es womöglich doch auch mal gewittert, nicht unbedingt gerade auf einem felsigen Berg Blitzableiter spielen. Also kehrten wir nach einem feuchten aber verdienten Mittagsimbiss bei der Alm auf unsere Hütte zurück.

Dort erfuhren wir, dass die Münchner viel weniger Glück mit dem Wetter hatten. Sie sind heut zum unteren Almsee hochgewandert. Dieser Hang war schon bei unserem Aufstieg zum Tristkopf völlig in Wolken gehüllt.

Heute, zum Freitag, trafen auch die ersten Wochenendgäste ein. Für Morgen hatten sich noch eine ganze Menge mehr angemeldet Das Wetter soll ja auch besser werden. Wir werden wohl morgen schon wieder absteigen, da wir nicht genau wissen, ob wir es an einem Tag bis Chemnitz schaffen, sprich rechtzeitig am Bahnhof in Hopfgarten sind.

11.09.10

Nach dem wir Atzes Rucksack wieder für den Gepäcklift abgegeben hatten, verließen wir kurz nach 9.00 Uhr die Hütte. Ein letztes Mal überquerten wir die vier Brücken über die Wasserläufe, die später den Bach bilden, der sich den „Kurzen Grund“ hinab stürzt. Und das bei strahlendem Sonnenschein!

Je tiefer wir kamen, umso dichter wurde die Vegetation, verschiedene Kräuterdüfte stiegen uns in die Nase.

Immer wieder begegneten uns Wanderer auf dem Weg zur Bamberger Hütte. Das wird am Wochenende ganz schön voll!

Dort wo der steinige Flusspfad auf den Fahrweg trifft, führt der Fahrweg über eine Brücke, die mit einem Dornenbewehrten Eisentor versperrt ist. Von unserem Taxifahrer wussten wir, dass dieser Weg kurz unterhalb des Gasthofs „Wegscheid“ herauskommt. Atze betrachtete sich die Sache näher und meinte, da können wir außen vorbei klettern. Gesagt getan, Atze schwang sich zuerst über den tosenden Gebirgsbach, dann reichte ich ihm meinen Rucksack herum und folgte selbst nach.

Dieser Weg war zwar etwas länger als der direkte am Fluss entlang. Aber da wir locker ausschreiten konnten, brauchten wir auch nicht mehr Zeit. Am unteren Ende mussten wir wieder über eine mit einem Tor versperrte Brücke. Hier kam man noch leichter vorbei. Auf der anderen Seite hing ein Schild „Fahrradfahren bei Strafe verboten!“. Das betraf uns ja wahrlich nicht.

Im Gasthof „Wegscheid“ mussten wir erfahren, dass unser Taxifahrer vom Dienstag momentan in Innsbruck unterwegs ist. Die Kellnerin rief ein anderes Taxiunternehmen.

Der Fahrer erzählte uns, dass es in Kelchsau eine der berühmtesten Haflinger-Züchtungen gibt. Die Besitzerin ist schon 88 Jahre alt und hat leider keinen Nachfolger. Die Zucht wird einmal in eine Stiftung übergehen.

In Hopfgarten Seilbahn fuhr um 12.30 Uhr ein Postbus nach Wörgl. Dort ging 13.00 Uhr ein Zug nach Kufstein. Den sollte man auch unbedingt kriegen, wenn man noch am selben Tag in Chemnitz ankommen möchte, nämlich um 22.15 Uhr.

Das war’s dann auch schon mit unserem ersten Alpenurlaub. Gefallen hat es uns sehr gut. Vielleicht oder wahrscheinlich kommen wir noch mal zur Bamberger Hütte zurück. Aber wir haben auch gemerkt, dass „kinderfreundliche Wanderwege“ nicht unbedingt bedeuten, dass wir gut damit zurechtkommen. Wir sollten uns also genau anschauen, welche Tour wir gehen wollen und gegebenenfalls auch mal umkehren.