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Tauplitzalm Juli 2011

 

 

Nach unserem vorjährigen Alpenurlaub auf der Bamberger Hütte, beschlossen wir auch dieses Jahr wieder, zum Wandern in die Alpen zu fahren. Bei einem Kletterausflug fragte ich Ingo Röger mit seinen schier unerschöpflichen Kenntnissen, ob er uns was empfehlen könnte. So kamen wir auf die Tauplitzalm. Wir besuchten im Internet verschiedene Hüttenwebseiten und wählten das Linzer Haus.

 

24.07.2011

 

Unsere Anreise verlief ziemlich chaotisch. Der Zug von  Hof nach Regensburg (ein Alex) ist wegen Streik glattweg ausgefallen, so dass wir mit der Vogtlandbahn fahren mussten, die erst eine Stunde später in Regensburg ankommt. Da war unser Anschlusszug nach Passau längst über alle Berge.

Um rechtzeitig in Bad Mitterndorf zu sein, mussten wir für den ICE nachlösen.  Hier sollte um 17:00 der letzte Bus auf die Tauplitzalm hochfahren. Dieser fiel aber aus uns unbekannten Gründen aus. Der Kassierer an der Mautstation meinte, zwischen 18:15 und 18:30 würde noch ein Bus hochfahren. Dieser kam dann schließlich um 18:50, fuhr uns aber dafür direkt bis vors Haus.

Ziemlich platt, immerhin hatten wir schon 5:00 das Haus verlassen, fielen wir auf die Sitzbank der Gaststube. und stärkten uns an Leib und Seele.

Wir bewohnen im zweiten Stock ein kleines Zweibettzimmer mit Waschbecken und Warmwasser. Die Toilette befindet sich auf dem Flur und die Duschen im Keller. Unsere Betten knarzen ganz ordentlich, da sollte man sich nicht zu viel bewegen. Wir haben die erste Nacht aber doch ganz gut geschlafen. 

Zum Haus gehören auch ein schwarz-weißer Hütehund Aramis und eine Katze Miki. Letztere haben wir aber noch nicht gesehen.

Für heute, den Sonntag, hatte der Wetterbericht Starkregen vorher gesagt. Ganz so schlimm kam es nicht. Es regnet schön gleichmäßig, aber ohne Unterbrechung bei etwa 5 Grad Celsius. Alles ist triefnass, und immer wieder ziehen Nebelschwaden über die Alm.

Nach dem Frühstück erkundeten wir erst mal, wie lang wir bis zur eigentlichen Busstation brauchen, ca. 30 bis 40 Minuten.

Gleich bei der Haltestelle beginnt der „6 Seenwanderweg“. Wir folgten ihm am  Krallerssee und Großer See vorbei bis zum Märchensee. Bei schönem Wetter soll dieser Weg ein echtes Highlight sein. Der Märchensee zeigte sich trotz miserablem Wetter in leuchtendem Türkis.

Nach einer Umrundung des letzteren bogen wir auf einen Wiesenpfad in Richtung Naturfreundehaus ab. Dieser Pfad führte über Wurzel und Stein, durch Matsch, Modder, Kuhsch... und Bäche.

Schließlich erreichten wir um 12:45 Uhr nass wie die Katzen das Naturfreundehaus und gönnten uns einen Imbiss im Trockenen. Atze wählte Käsekrainer (gegrillte Käseknacker) mit Krenn (geriebener Meerrettich). Ich nahm Frittatensuppe (Pfannkuchen Suppe) und ein Steirisches Käsebrot, sehr kräftig!

Anschließen schauten wir noch, wo der Weg zum Traweng 1984m losgeht. Den wollen wir morgen, sofern es aufhört zu regnen, ersteigen.

Nun sitze ich auf meinem Bett und schreibe, das Gebimmel der Kuhglocken in den Ohren. Die armen Viecher sind wahrscheinlich auch klatschnass. Sie laufen hier überall frei rum, und wir haben auch schon Buttermilch getrunken. Nach dem Duschen wollen wir noch ein bisschen Karten spielen oder rätseln. Viel mehr wird heut wohl nicht passieren.

 

 

25.07.2011

 

Als uns heut Morgen um 7:00 die Kuhglocken weckten, hatte es zu unserer großen Erleichterung aufgehört zu regnen. So konnten wir uns also an die Besteigung des Traweng machen.

Wir folgten der Ausschilderung gleich bei unserer Hütte, roter Ring weiß ausgemalt. Recht schnell stellten wir fest, dass dies kein Wanderberg ist. Von Anfang an ging es über steilen Fels, manchmal loses Geröll bergan. Viele Stellen gestalteten sich als Einserkletterei. Das fällt mir leichter als Stufenstolperei, trotzdem machte ich mir Gedanken über den Rückweg. Atze, mit seinem Knie, fällt die Kletterei nicht so leicht.

Zum Glück waren die Wegmarkierungen recht dicht angebracht, sonst hätten wir uns wohl hoffnungslos verfranzt. Ein sehr steiles Stück mussten wir über loses Geröll balancieren, dauernd kollerten Steine unter unseren Schuhen abwärts. Dabei fühlte ich mich überhaupt nicht wohl.

Schließlich erreichten wir nach ca. 250 Höhenmetern eine Art Sattel. Dort fanden wir eine Wegmarkierung „Rundweg“. Wir wussten gar nicht, dass es hier einen solchen geben soll. 

Nun kamen wir bald zu einem Felsengrad, der wie eine natürliche Brücke zwischen zwei tiefen Schluchten von einem Felsmassiv zum anderen führte. Es waren zwar nur ein paar Meter und auch nicht sooo schmal, ich ließ mich trotzdem bei der Überquerung auf alle Viere runter.

Ab jetzt wurden die Wegmarkierungen schwerer zu finden und das Gelände wieder steiler und mehr zum Klettern. Außerdem fing es nun doch an fein zu regnen. Das machte den Fels nicht gerade trittsicherer. Teilweise wusste Atze nicht so richtig, wo wir lang klettern sollen. Und auf Grund des dichter werdenden Nebels konnte er auch nicht weit sehen.

So beschlossen wir bei 1910 Höhenmetern umzukehren. Es war 12:30 und wir seit ca. 2,5 Stunden unterwegs, wo der Gipfel nur mit 1,5 Stunden ausgeschildert war.

Die steile Geröllstelle war mir beim Abstieg genau so wenig geheuer. Wir brachten jede Menge kleinere Steine ins Rollen, kamen aber heil runter.

An einer eher unspektakulären Kletterstelle rutschte Atze dann doch ab, schlug einen Purzelbaum und landete 3 m tiefer auf dem Hang. Mein Herz rutschte direkt bis in die Schuhe! Zum Glück blieb er bis auf Abschürfungen und blaue Flecke unverletzt!

Nach 1,45 Stunden Abstieg erreichten wir schließlich wohlbehalten den Fuß des Berges und nahmen vor einer geschlossenen Hütte erst mal einen Mittagsimbiss aus dem Rucksack. Es war inzwischen 14:15, und mein Magen knurrte hörbar.

Nach dieser Stärkung spazierten wir nur noch ein bisschen auf bequemen Wegen und orientierten uns nach einem Ziel für morgen. Wir wollen der blauen Markierung folgen, die zu mehreren Almhütten führt.

Mit kalten Händen, auch heut wurde es nicht wärmer als 10 Grad, zogen wir uns dann doch schon um 15:30 in unsere warme Hütte zurück. Dort trafen wir im Treppenhaus den pelzigen Hund Aramis, der sich doch sehr gern knuddeln lässt. Sogar die graue Katze Miki ließ sich von Atze hochheben und streicheln. Die beiden benehmen sich gar nicht wie Hund und Katze, sondern sind sich offensichtlich sehr vertraut.

 

19:00

Als wir gerade unser wohlverdientes Abendessen verspeisten, strich uns plötzlich Miki um die Beine. Ich bot ihr einen Kasnockel an, aber sie stand wohl nicht auf Steirischen Käse. Nach dem sie ausgiebig um uns herum geschlichen war, Atze gab von seiner hausgemachten Pizza nichts ab, sprang sie auf die Nachbarbank, putzte sich und rollte sich zu einem schnurrenden Ball zusammen.

Kurze Zeit darauf klappte die Terrassentür und Aramis stolzierte herein. Mit treuherzigem Hundeblick sah auch er vergebens zur Pizza auf und legte sich schließlich neben Atze hin. Wenn man ihn ansprach, klappte er ein Ohr zur Seite und zog die Augenbrauen hoch. So bildeten wir ein recht friedliches Quartett. Aramis trollte sich nach dem Essen wieder, aber Miki schläft noch in aller Ruhe.

 

 

26.07.2011

 

Gestern Abend durften wir ein sehr schönes Naturschauspiel bestaunen, das Alpenglühen bei Sonnenuntergang. Die umliegenden Berge wirkten wie mit flüssigem rotem Gold übergossen. Ein Plauener Ehepaar, mit Sohn und Schwiegertochter, welches schon zum fünften Mal hier ist, erlebte dieses Phänomen gestern zum ersten Mal.

Außerdem entdeckte Atze gestern Abend noch Faltblätter mit Tourenbeschreibungen, so dass wir unseren Plan für heute änderten. Wir beschlossen, den Lawinenstein 1965 m zu erklimmen.

Nach dem wir uns heut Morgen von den Plauenern verabschiedet hatten, sie fahren heut nach Wien weiter, marschierten wir bei bewölktem Himmel Richtung „Hollhaus“.

Vom „Hollhaus“ führte ein Weg zum Ski Hang am Lawinenstein. Diesen stapften wir in zäher Gleichmäßigkeit hinauf. Heut flogen die Höhenmeter nur so unter unseren Füßen hinweg. Mit Skiern runterfahren würde ich hier auf keinen Fall!

Nach ca. zwei Drittel der Wegstrecke stand eine Winterhütte. Von hier an gab es ein paar steinige Abschnitte, wo wir nicht so gut vorankamen. Das letzte Stück bis zum Gipfel führte dann wieder über saftige Wiesen. Und schon nach 1,15 Stunden standen wir beim Gipfelkreuz.

Leider ließ die Aussicht zu wünschen übrig. Nicht nur das weit und breit keine Sonne zu sehen war, zog nun auch noch dicker Nebel aus den Tälern herauf und verdeckte die umliegenden Berge.

Nach einem Mittagsimbiss aus dem Rucksack machten wir uns wieder an den Abstieg. Unten am Fuß des Hanges kam uns eine solargebräunte Blondine mit langem Ledermantel in Begleitung eines Typen im schwarzen T-Shirt mit quäkendem Handyradio entgegen. voll krass so was! 

Im „Hollhaus“ genehmigten wir uns noch Bier und Buttermilch. Unnötig zu erwähnen, für wen welches Getränk bestimmt war.

Wir überlegten kurz, ob wir den Schneiderkogel, 1700 und paar zerquetschte, noch angehen sollten. Er wurde uns als recht einfach beschrieben. Aber Atze spürte die zwei Tage Steigerei doch ein bissel in den Knochen, und so spazierten wir nur noch ein bisschen herum und kehrten 16:00 zum „Linzer Haus“ zurück.

Als ob sie uns foppen wollte, schob sich auf den letzten Metern auf einmal die lang vermisste Sonne durch die Wolken. Wir waren begeistert! Ich, weil die Temperaturen schlagartig auf 15 Grad stiegen und Atze, wegen des Fotolichts. Wir setzten uns noch ein wenig auf die Terrasse bis Klärchen wieder verschwand. Lang blieb sie nicht, aber sie kehrte später beim Abendbrot noch mal wieder.

Heut Nachmittag sind noch mal allerhand neue Leute angereist. Die Gaststube ist gut besucht. Leider scheinen die vielen Leute die Katze Miki ab zu schrecken. Wir haben sie heut Abend noch nicht gesehen. Dabei kam sie beim Frühstück von allein zu mir auf dem Schoß.

 

 

27.07.2011

 

Wenn wir noch mal in diese Hütte kommen, sollten wir darauf achten, nicht wieder ein Zimmer direkt neben der Toilette zu bekommen. Man hört die Spülung, und die Tür quietscht zum Erbarmen. Bis gegen Mitternacht nutzte alle 10 Minuten jemand das kleine Örtchen. Bis jetzt ist uns das nicht so aufgefallen, da nur wenige Gäste im Haus waren.

Dafür lachte uns heut Morgen die Sonne. Wir zogen noch mal die Karte zu rate und beschlossen erst einmal zur „Leist Alm“ zu wandern.

Wir nahmen auf dem Hinweg den oberen Weg links am Steirischen See entlang. Dieser Pfad gestaltete sich für mich recht anstrengend. Er war gespickt mit Stolpersteinen und hunderten von Wurzeln. Dabei verlief er zum Großteil direkt am Abhang über dem See und war oft nicht mal einen halben Meter breit. Die Vorstellung, beim Stolpern oder Ausrutschen einen Seitstep über die Kante zu machen, behagte mir überhaupt nicht.

Schließlich verließen wir den See unversehrt, und weiter ging's über Stock und Stein zum Schwarzen See. Dort legten wir eine Konzentrationsentspannungspause ein.

Von nun an verlief der Weg angenehmer, erst am Schwarzen See entlang, dann durch ein Waldstück bis zur „Leist Alm“. Dort hatte sogar eine kleine Jause geöffnet. Wir setzten uns gemütlich zur Brotzeit nieder und genossen die Sonne. rund um den kleinen Gartenzaun, der den Biergarten von der Alm abtrennt, scharten sich jede Menge neugierige Kühe, die man auch schon mal vom Tisch wegscheuchen musste.

Für große Aufregung, vor allem bei den anwesenden Kindern, sorgte eine junge ca. 30 cm lange Kreuzotter, die sich durch das hohe Gras schlängelte. 

Von der Wirtin erfuhren wir, dass man bis zur Interhütten 40 Minuten laufen würde. Da es schon 13:00 war, und die Laufzeit für uns je nach Wegverhältnissen stark variiert, beschlossen wir von hier aus wieder zurück zu gehen. Außerdem meinte ein Einheimischer, es würde sich heut Nachmittag wieder zuziehen und regnen.  Letzteres sollte sich allerdings nicht bewahrheiten.

Für den Rückweg wählten wir einen Weg über das Südufer des Steirischen Sees. Dieser gefiel uns viel besser. Man lief nicht so dicht an der Kante entlang, und es gab auch nicht so viel Stolpersteine.

Der Weg führte uns direkt bis an das Seeufer hinunter. Steile Felswände umgaben das glasklare Wasser, ein sehr idyllischer Ort! Ein paar Kinder waren sogar baden. Eine Kuh Herde kam ans Wasser zum Saufen, was die zahlreichen Kaulquappen zur raschen Flucht veranlasste.

Nach kürzerer Zeit und viel weniger genervt kamen wir um 16:00 an der „Linzer Hütte“ an.

Nun beginnt unser letzter Abend auf der Hütte, und wir haben noch genug Geld, was wir vertilgen können. Ich hab mir einen Rester Teller als Bergsteigeressen bestellt. Das ist wie eine Wundertüte, man weiß nicht genau, was man kriegt. Es war dann wirklich von allem etwas: Spirelli, Bratkartoffeln mit Zwiebeln, Spiegelei, Schinkenstreifen und Salat. Nun bin ich pappe satt und brauch nen Verdauer! Am besten so einen goldgelben süffigen Zierbel, der unten im Tal gebrannt wird.

Morgen früh werden wir mit dem ersten Bus um 9.30 Uhr wieder runter nach Mitterndorf fahren.  

Trotz des feucht-kalten Wetters überwiegen aber die positiven Eindrücke, so dass uns die Alpen wiedersehen werden.