Aktuelle Tourenberichte

Hüttentour Lechtaler Alpen - Juli 2009
Von der Muttekopfhütte zur Ansbacher Hütte


29.06. – 04.07. 2009  mit Andre Carlowitz & Ingo Röger

von Klaus Teuchert

So.  Anfahrt mit Auto von Chemnitz über Garmisch-Partenkirchen und den Fernpass nach Imst in Österreich, 550 km in 5 ½ Std. Übernachten im Auto auf dem Parkplatz in Imst (827 m).

Mo.  Auto abstellen in Hochimst (1050 m) am Lift. 9 Uhr mit dem ersten Lift hoch zur Untermarkter Alm (1491 m) im Rosengartental. Über die Latschenhütte (1723 m) hoch zur Muttekopfhütte (1934 m).
Aufstieg + 395 /  - 0 m in 1,5 Std. o. P.

Begrüßung von Ingo, der schon eine Nacht hier verbrachte. Einquartieren in der Hütte im Matratzenlager, so auch in den nächsten Tagen. Wir laufen eine Runde ohne Gepäck vorbei am Wasserfall den Steig hoch zum Vorderen und Hinteren Alpjoch (2121 und 2425 m), dann den Steilhang hinab zur Hütte zurück. Ingo hilft beim Tragen einer Kiste  mit zwei jungen Schweinen vom Lift zur Hütte. Duschen kann man warm: 1,5 min. für 1 Euro, Ingo lässt mich 30 Sek. drunter, das sollte reichen. Eine ÜN kostet 13-14 Euro, als Alpenvereinsmitglied die Hälfte. Tägliche Hüttenkosten mit Abendessen, Frühstück und Getränken ca. 35 Euro.                                     
Bergrunde + 495 /  - 495 m in 4 Std. o. P.

Di. Für 8 Euro bekommen wir ein reichliches Frühstücksmenü. Das Wetter meint es die ganze Woche gut mit uns, meist haben wir reichlich Sonne mit Wolken, es ist warm, sodass wir zwar einmal mit Regenjacke laufen, aber nicht wirklich nass werden. Wir sind zu den nachmittäglichen Schauern immer in unserer Hütte untergekommen. Die Wege bis zur Ansbacher Hütte sind mit schwarzem Punkt als schwierig eingestuft, man sollte trittsicher und schwindelfrei sein. Wir starten mit unseren 16 kg am Rücken hoch zum Muttejoch (2630 m), Besteigung des Muttekopf (2774 m), in den Kübelwänden beginnt ein unangenehmer steiler, gerölliger Pfad  mit Queren einiger weicher Schneefelder, wir haben Pickel dabei, sie sind aber nicht unbedingt nötig. Vom Galtseitenjoch (2421 m) Blick zur Hanauer Hütte (1922 m), die wir über einen schönen Weg zuletzt über Wiesen mit Galloway-Rindern und einem See erreichen. Hier warmes Wasser im Waschraum. Die Hütten sind nur wenig belegt, es ist meist sehr gemütlich drin.
+ 1110 / - 1120 in 9,5 Std. mit 1,5 Std. Pause

Mi.  Eine kurze Tour führt uns heute zur Steinseehütte (2061 m) auf einem steilen Schneefeld hoch über die östliche Dremelscharte (2470 m), und hinab zum Steinsee (2222 m), der mich zu einem kurzen Bad einlädt. Wir nehmen uns Zeit, dehnen die 3 ½ Std. angegebene Wanderzeit auf das Doppelte aus. In der Hütte erleben wir ein kurzes Gewitter, das Ingo vor Angst erbleichen lässt. Vor Gewittern hat er einen Heidenrespekt.
+ 570 / - 430 in 5,5 Std. mit 2 Std. Pause

Do.  Von der Steinseehütte hoch zur Steinseescharte (2320 m) auf schönen Wegen über leichte Schneefelder zur Roßkarscharte (2400 m), den Ausflug zur vorderen Gufelspitze (2530 m) beende ich 40 m unter dem Gipfel. Ab dem Gebäudjöchl (2452 m) ist der Abstieg geröllig und gesichert mit einem Stahlseil in der steilen Rinne. Unten der See Auf der Lacke (2294 m), wir kommen zum kleinen gemütlichen Württemberger Haus (2220 m), einer noch nicht so supermodernen Großhütte, hier werden wir vom jungen Wirt noch mit Handschlag begrüßt. In der urigen Kneipe lassen wir uns das Bier, den Kaiserschmarren, Hauswurst und Spaghetti munden. Alles zum Leben Notwendige wird hier mit dem Hubschrauber hochgeflogen, eine Minute Flug kostet die Wirtsleute 22 Euro.            Ab 15 Uhr trommelt wieder der Regen an die Scheiben der gemütlich geheizten Wirtsstube. Völlig durchnässt kommen 4 junge Armisten im Urlaub aus dem Tal in der Hütte an. In den meisten Hütten ist in den Trockenräumen ein warmes Gebläse und für die Bergschuhe gibt es Trockengestelle mit Heizstäben.
+ 775 / - 610 in 5 ¾ Std. mit 1 Std. Pause

Fr.  Heute liegen auf unserem Weiterweg 2 Berge, über Schneefelder erreichen wir zuerst die Großbergspitze (2657 m), ab hier auf den felsigen Bergkämmen hinüber zum Großbergkopf (2612 m), wir treffen den 79-jährigen Hans, der allein die Bergnatur genießt, 5 Uhr ist er von der Memminger Hütte aus aufgebrochen. Leicht abwärts überqueren wir die Großbergscharte (2493 m), laufen hoch zur Seescharte (2599 m). Ab hier geht es steil im Geröll abwärts vorbei an den 3 Seewiseen, von denen der mittlere noch zugefroren ist. Früh sehen wir viele schwarze Bergsalamander, die träge auf den Wegen sitzen. Am mittleren Seewisee macht Ingo allein einen kurzen Abstecher zum Seeköpfle (2562 m) mit Tiefblick nach drei Seiten auf die umgebenden Bergseen. Vor der riesigen Memminger Hütte (2242 m) lange Pause in der Sonne am unteren Seewisee. Die gelben zerfurchten Steine der Bärenpleishänge sind geologisch sehr interessant. Nach der Anmeldung besteigen wir noch den grünen Hausberg, den Seekogel (2412 m), von oben hat man Sicht auf die ganze Felsenrunde bis weit in die Ferne. Ab 15 Uhr beginnt draußen das Regenchaos.
Seekogel + 185 /  - 185 m in 1,5 Std.
+ 595 /  - 570 m in 5,5 Std. mit 1,5 Std. Pause

Sa.  Wieder wolkenlos. Die letzte Etappe führt uns hinunter auf einem aufgeweichten und teilweise abgerutschten  Wiesenpfad ins Parseiertal (1723 m), wir überqueren den vollen Fluss und steil bergan geht es erst auf glatten schlammigen Wiesenwegen, später auf Geröll und über einige weiche Schneefelder hinauf zur Grießlscharte (2632 m), die letzen Meter, versichert mit einem dicken Stahlseil, fordern noch einmal unsere letzten Kraftreserven bei leichter Felsenkletterei. An den Schotterhängen unterhalb der steilen, an die Dolomiten erinnernden Felsen der Lechtaler Alpen weiter zum Winterjöchl (2528 m) und über die Kopfscharte (2484 m) erreichen wir die Ansbacher Hütte. Wir beschließen, da es noch zeitig am Tag ist, ins Tal abzusteigen. So genießen wir unser Abschiedsbier oder -Almdudler und steigen in 2 Std. hinunter ins Tal vorbei an der Fritzhütte (1727 m) nach Schnann (1186 m). Am Kirchplatz erreichen wir pünktlich den Bus nach Landeck und von hier fährt der nächste Bus nach Imst. Mit dem Taxi hinauf nach Hochimst zu unserem Auto. Es regnet wieder in Strömen, aber wir haben unsere Tour wohlbehalten beendet, ohne einmal nass zu werden. Auch auf der Heimfahrt müssen wir einige Regen- und Gewitterfelder durchqueren. Nachdem ich Witz und Ingo heimgefahren habe, erreiche auch ich gegen Mitternacht meine Wohnung.                                            
+ 1035 / - 905 m in 6,5 Std. mit 0,5 Std. Pause
Abstieg + 5 / - 1140 in 5,5 Std. o. Pause
Gesamthöhenmeter + 4980 / - 5270 m