© Sophie

Bericht von Lutz Hauswald

"Auf den Spuren unserer Ahnen"

19.01.2026

Liebe Freunde der Alten Chemnitzer Hütte,

beim Treffen der Kellerbauer-Nachfahren im vergangenen Jahr in Chemnitz, lernten wir Lutz Hauswald kennen. Nach dieser Begegnung schrieb er eine herzliche Nachricht an den Freundeskreis und teilte seine persönliche, schon einige Zeit zurückliegende Verbindung zur Chemnitzer Hütte mit uns.

Wir freuen uns, diesen Beitrag teilen zu dürfen und wünschen viel Freude beim Lesen.

Auf den Spuren unserer Ahnen

Wir besuchten im Sommer 1999 die Chemnitzer Hütte. Es ist deshalb nicht einfach, sich noch an Einzelheiten zu erinnern. Dies war auch nur ein Teil unseres Sommerurlaubs. Da nun aber schon 26 Jahre vergangen sind, zeigen die Fotos und Dokumente vielleicht schon ein Stück Geschichte der Chemnitzer Hütte.

 

Was veranlasste uns 1999 zum Besuch der Chemnitzer Hütte und des Kellerbauerwegs?

Von Ilse Kellerbauer, eine Schwester meiner Oma, erfuhren wir vom Vorhandensein eines Weges in den Alpen, der nach ihrem Großvater Theodor Norbert benannt worden war- dem Kellerbauerweg. Allerdings konnten wir erst nach dem Fall der Mauer, auch durch das Internet, in Erfahrung bringen, wo sich dieser Weg genau befindet. Ilse Kellerbauer war für uns immer eine Ersatzoma. Sie wünschte sich immer, diesen Weg einmal zu besuchen, konnte es aus gesundheitlichen Gründen aber nicht mehr. Wir als Familie (meine Frau, der 13-jährige Sohn und ich) entschlossen uns, den Sommerurlaub im Jahr 1999 ins Ahrntal zu fahren. Wir buchten im Haus Wiesengrund in Steinhaus ein Quartier für 2 Wochen. Wir wollten auf Wanderungen die Chemnitzer Hütte besuchen und auch den Kellerbauerweg bewältigen. Um unsere Großtante Ilse im Nachhinein daran teilhaben zu lassen, hatten wir dazu unsere Video8- Kamera mitgenommen.

 

Der zweifache Besuch der Chemnitzer Hütte

Um uns bei Wanderungen langsam heran zu tasten, fuhren wir am 3.Tag mit dem Auto zum Nevesstausee. Wir absolvierten die Rundwanderung Nevesstausee- Chemnitzer Hütte-Edelrauthütte-Nevesstausee. Dabei besuchten wir drei die Chemnitzer Hütte, die damals von der Familie Burgmann geführt wurde.

Um auch das andere Ende des Kellerbauerwegs kennen zu lernen, wanderten wir am 8.Tag vom Speikboden zum Großen und Kleinen Nock.

Am 11.Tag sollte dann der komplette Kellerbauerweg an einem Tag folgen.

Unserem Sohn wollten wir diese Wanderung noch nicht zumuten, so brach ich allein auf. Logistisch war das nicht einfach. Ich stellte das Auto im Ort Weissenbach ab, fuhr mit dem öffentlichen Bus zum Speikbodenlift und lief ab der Bergstation hinauf zum Speikboden. Einen Gipfellift gab es zu dieser Zeit nicht.

Anschließend ging es auf dem Kellerbauerweg zur Chemnitzer Hütte. Das Wetter war sehr gut, so dass die Ausblicke auf die Zillertaler Alpen und die umgebenden Berge auch entsprechend großartig waren.

Ich aß in der Chemnitzer Hütte eine warme Suppe und outete mich bei Herrn Burgmann als Nachfahre von Theodor Norbert Kellerbauer. Ich wurde sofort herzlich begrüßt und die soeben vertilgte Suppe wurde mir geschenkt. Wir machten ein Gruppenfoto und ich musste noch mit den Abstieg nach Weissenbach die Tour vollenden.
Ich war, so glaube ich, danach ziemlich fertig mit den Kräften. An die für die komplette Tour benötigte Zeit kann ich mich nicht erinnern.

Zu Hause angekommen, konnten wir unserer Großtante Ilse von diesem Urlaub an Hand von Bildern und Filmen berichten und bereiteten ihr damit eine sehr große Freude.

Erst später erfuhr ich durch Recherche über das Internet vom Alpenverein Chemnitz und durch Herrn Mann Näheres über das Leben und Wirken von Theodor Norbert Kellerbauer. Das führte auch zum Zusammentreffen der Nachfahren von Kellerbauer 2025 in Chemnitz.

Außerdem ist bei mir zu diesem Zeitpunkt auch der Wunsch entstanden, die Chemnitzer Hütte und den Kellerbauerweg noch einmal in Familie mit Enkeln zu besuchen. Vielleicht kann ich das noch realisieren.


Lutz Hauswald