Persönlicher Abschluss: die Dreiländertour am Alpenhauptkamm
In der folgenden Woche wanderten Max und ich die Dreiländertour ab – eine landschaftlich unvergleichliche Rundwanderung entlang der Gebirgskämme der östlichen Zillertaler Alpen und der westlichen Venedigergruppe durch das Grenzgebiet der Länder Tirol, Salzburg und Südtirol. Unser Weg führte uns über das Heilig-Geist-Jöchl (2.657 m) zur Plauener Hütte (2.363 m), weiter am Klettersteig über die Gamsscharte (2.976) zur Richterhütte (2.374 m), dann über die Windbachscharte (2.696 m) ins Windbachtal und zum Krimmler Tauernhaus (1.631 m). Von dort ging es über die Birnlücke (1.631 m) zur Birnlückenhütte (2.441 m) und zuletzt über die Krimmler Tauern (2.634 m) und die Zillerplattenscharte (2.880 m) zurück zur Plauener Hütte. Wir hatten uns eigentlich auf ein paar sonnige Bergtage gefreut, stattdessen bekamen wir einen Winterurlaub mitten im Juli. Schneeregen, Neuschnee, Eis – unsere Etappen wurden zu einem kleinen Abenteuer. Doch die Landschaft war atemberaubend: endlose Täler, schleierne Wasserfälle, weite Blicke über die grünen Schutzgebiete wie den Nationalpark Hohe Tauern. Immer wieder querten wir die Landesgrenzen, begegneten Schafen, Kühen, Murmeltieren und Ziegen und genossen die Ruhe der kaum belaufenen Wege.
Der erste Tag war sehr anstrengend. Wir stiegen von der Chemnitzer Hütte über die Gögealm ins Tal ab, fuhren mit dem Bus bis Kasern und stiegen von dort auf's Heilig-Geist-Jöchl auf. Von dort umrundeten wir die Hälfte eines Tals, immer auf der Höhe bleibend bis zur Plauener Hütte. Aufgrund des starken Regens, war dort fast nichts los, sodass wir ein ganzes Lager für uns zwei hatten und viel Platz, um unsere Ausrüstung zu trocknen.