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Zillertal / Sulden

Wanderwoche der Ortsgruppe Neudorf

30.09.2026

Zehn Mitglieder der Ortsgruppe Neudorf sind am 2. August 2026 auf dem kürzesten Weg ins Zillertal gefahren und waren eine Woche lang im Gasthof Talblick auf 1200 m untergebracht, um von dort aus Tagestouren zu unternehmen.

Tourenbericht: Text von Christoph Melzer; Bilder von Christoph Melzer / Vertainspitze: Christian Melzer

Start für die Eingehtour war am Melchboden auf der Zillertaler Höhenstraße. Über den Arbiskopf (2133 m) und den Rautenkopf (2268 m) ging es, immer der Gratschneide folgend, zuletzt an Stahlseilen auf das Kreuzjoch (2338 m). Absteigend erreichten wir zur Mittagszeit die Rastkogelhütte. Der Rückweg über den Normalweg war dann in weniger als 1,5 Stunden geschafft, sodass der Nachmittag im Schwimmbad Zell am Ziller bei 32 °C sehr angenehm war.

Das Wetterfenster für Dienstag sah sehr gut aus. So wurde bereits um 9:00 Uhr mit der Ahornbahn Mayrhofen hochgefahren (1955 m) und zügig zur Karl-von-Edel-Hütte (2238 m) marschiert. Nach kurzer Pause ging es weiter auf dem Peter-Habeler-Weg Richtung Ahornspitze. Das Wetter war an diesem Tag fast schon zu gut: Sonne pur und enorme Hitze. Das führte dazu, dass der eine und die andere im Laufe des Aufstiegs umkehrten und in der Hütte warteten. Beim Finale über den Südwestgrat mussten dann tatsächlich auch die Hände aus den Taschen genommen bzw. die Stöcke weggepackt werden. Vom höheren Südgipfel ging es an Stahlseilen auf den mit einem Gipfelkreuz bestückten Nordgipfel (2973 m). Eine sehr schöne Tour, die man immer empfehlen kann.

Ziel der 3. Tagesetappe war der Roller (1948 m). Der Berg liegt auf dem Höhenrücken zwischen Schwarzachtal und Wimmertal. Wir starteten in Gerlos und folgten einem wunderschönen Waldweg, der uns mal sanft, mal steil ansteigend, aber immer im Schatten mächtiger Fichten nach oben leitete. Kurz vor dem Gipfel erwartete uns noch ein wenig felsiges, aber unschwieriges Gelände. Abgestiegen wurde zur Wimmertalalm, wo ein hervorragender Marillenschnaps serviert wird.

 

Am Abend dieses Tages trafen vier weitere Mitglieder der Ortsgruppe ein, die seit vier Tagen in Sulden unterwegs gewesen waren. Sie waren dort u. a. auf der Payerhütte (3029 m), der Vertainspitze (3545 m) sowie der Eisseespitze (3230 m). Beim Aufstieg zu den 3 Kanonen (3276 m) gerieten die Kollegen in ein Gewitter mit einem Blackout und erreichten nur mit viel Glück die letzte Bahn ins Tal.

Am Donnerstag fuhren wir mit der Isskogelbahn von Gerlos zur Bergstation. Von dort ging es auf guten Wirtschaftswegen und später auf einem schmalen Pfad auf den Isskogel (2268 m). Dann folgten mehr als 1000 Hm Abstieg ins Krummbachtal und zur Krummbachrast, der legendären Käsealm von Maria. Hier wurde sich ordentlich mit allerfeinstem Bergkäse eingedeckt.

Der Freitag sah wettertechnisch nicht so gut aus. So fuhren wir nach Königsleiten, oberhalb von Gerlos, und dann etwa 1 km weiter auf der alten Passstraße. Direkt nach der Salzachbrücke befindet sich auf der linken Seite ein Parkplatz. Von hier erreichten wir nach 50 Minuten die Salzachhütte. Auf einem Forstweg gingen wir weiter Richtung Salzachjoch (1983 m). Schon bald zog es sich jedoch gewaltig zu; der Nebel wurde immer dichter und kälter. An der alten Salzachjochalm war dann Schluss – weiterzugehen machte absolut keinen Sinn. Stattdessen kehrten wir noch einmal etwas länger in der Salzachhütte ein. Ein Teil der Gruppe fuhr anschließend nach Zell, um eine Brauereibesichtigung zu machen, der andere für einen Stadtbummel nach Mayrhofen.

Mit der Spieljochbahn (Fügen) ging es am letzten Tag bis zur Endstation. Von dort ging es zunächst sanft ansteigend, später auf einem Alpinpfad (zum Teil ausgesetzt und an Stahlseilen) in reichlich zwei Stunden zur Kellerjochkapelle (2344 m). Die Kapelle wurde 1536 von Bergknappen aus Schwaz erbaut und ist die höchstgelegene Kapelle Europas. Der Abstieg zur Kellerjochhütte (2237 m) war dann noch einmal richtig hochalpin. Der Rückweg auf dem Normalweg über die Gartalm war unspektakulär, aber ziemlich lang.